Film-/Buchrezension: Ready Player One – Ernest Cline

So, nachdem ich nun gestern auch endlich in der Kinoverfilmung von Ready Player One war, gibt es jetzt die versprochene Rezension zum Buch „Ready Player One“ von Ernest Cline, erschienen im FISCHER Tor Verlag. Das ist damit neben ARMADA das zweite Buch von Ernest Cline, das ich rezensiere. Ich werde die Gelegenheit nutzen, um auch gleich etwas zur Verfilmung zu schreiben.

Inhalt:

Die Zukunft des Planeten Erde im Jahr 2045, ist grässlich. Der Großteil der Bevölkerung lebt in Armut, die Ressourcenvorräte sind nahezu aufgebraucht und Oklahoma City ist eine der am schnellsten wachsenden Städte auf dem Planeten. Wade Watts, ein eher durchschnittlicher, ganz normaler Junge, lebt hier in den sogenannten Stacks, dem Armenviertel der Stadt in einem mehrstöckigen Wohnwagenpark. Die Bevölkerung, und so auch Wade, verbringen den Großteil ihrer Zeit in der „OASIS“, einer Virtual-Reality-Realität, geschaffen durch den Game-Designer James Donovan Halliday. Die OASIS ist Dreh- und Angelpunkt des täglichen Lebens im Jahr 2045, hier arbeitet ein Großteil der Menschen, hier verbringen sie ihre Freizeit. Doch die OASIS birgt ein Geheimnis: Als der Erfinder Halliday verstarb, hinterließ er ein Testament, welches die OASIS und Hallidays gesamtes Vermögen, demjenigen zusprach, der zuerst das Rätsel löst und das „Easter-Egg“ findet. Das „Easter-Egg“ zu deutsch Osterei war in der Anfangsphase der Gaming-Kultur, ein versteckter Hinweis, ein versteckter Raum oder ähnliches, um auf die Entwickler des Spiels hinzuweisen. Halliday versteckte drei Schlüssel, ganz im Stile der alten Arcarde-Games, und schickte die Spieler auf eine Suche nach dem großen Schatz. Rund fünf Jahre nach Hallidays Tod gab es noch immer keinerlei Veränderungen auf dem Scoreboard, jener Higscore-Liste, auf der die Erfolge der Schatzsucher dokumentiert werden sollen, bis auf einmal der Name „Parcival“ ganz oben auf der Liste landet. Parcival ist der Gamer-Name von Wade Watts, und Wade beginnt uns dann die Geschichte, seine Geschichte von der Schatzsuche zu erzählen.

Meinung:

Ein wunderbares Stück Literatur! Cline nimmt seine Leser mit auf eine rasante, Actiongeladene Schatzsuche, quer durch die Game- und Videospielkultur der 70 und 80er. Es gibt Anspielungen auf viele der alten Videospiele, bis hin zur Beschreibung von ganzen Leveln. Als Cline das Buch 2010 schrieb, klangen die Details wie VR-Brillen und künstliche Intelligenz, noch wie weit entfernte Zukunft. Mittlerweile hat uns die Realität eingeholt, zwar noch nicht auf dem technischen Level aus dem Buch, aber durchaus schon in diese Richtung.

Mal noch ein, zwei Wörter zum Film:

Der Film ist anders. Vor allem anders als das Buch. Das sollte allen Buchfans die den Film sehen möchten klar sein. Steven Spielberg hat mit der Verfilmung meiner Meinung nach ein absolut brillantes Meisterwerk geschaffen. Einen Film, und das sage ich jetzt als nicht wirklich 3D Fan, unbedingt in 3D sehen muss. Spielberg zeichnet in der Verfilmung ein extrem detailliertes und umfassendes Bild, sowohl der Erde, als auch der virtuellen Realität innerhalb der OASIS. Ich glaube, man kann Gutengewissens sagen, das der Film selbst ein einziges Easter-Egg ist. Der gesamte Film ist voll mit Anspielungen auf andere Filme, Videospiele und Bücher wie kein anderer vor ihm. Mal spaziert Harley Quinn vorbei, mal steht da der DeLorean DMC-12 aus „Zurück in die Zukunft“, dann wieder steht im Hintergrund auf einmal „Christine“ jenes Auto aus dem gleichnamigen Stephen King Roman und gleich darauf gibt es dann wieder Referenzen an uralte Atari-Arcade-Games. !! SPOILER !! Als man sich dann kurz vor dem Finale des Films plötzlich in der Halle des Overlook Hotels wiederfindet, wird der Leser einerseits die größte Veränderung im Vergleich zum Buch bemerken, anderseits ist es eine absolut großartige Szene, welche gut in das Konzept des Films passt. !! ENDE SPOILER !!

Andre Rezensionen zum Buch:

Rezension bei lieblingsleseplatz

Autor:

Ernest Cline, geboren 1972 in Ohio US, ist ein amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Sein erster Roman „Ready Player One“, welcher sich intensiv mit der Kultur der Computerspiele der 70er und 80er Jahre beschäftigt, wurde erfolgreich von Steven Spielberg für die große Kinoleinwand adaptiert. Der Film Fanboys, für welchen Cline das Drehbuch verfasste, beschäftigt sich ebenfalls mit der Subkultur der 70er und 80er Jahre.

Buch:

Ready Player One, von Ernest Cline
544 Seiten,
FISCHER Tor
ISBN 978-3-596-29659-0

 

© Autorenfoto Gage Skidmore CC BY-SA 3.0 / © Cover FISCHER Tor

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