Rezension: Veronika beschließt zu sterben – Paulo Coelho

Warum leben wir und leben wir nur, weil wir nicht Tod sind?

Bevor ich jetzt meine subjektive Meinung zu Paulo Coelhos „Veronika beschließt zu sterben“ abgebe, möchte ich noch kurz etwas zu der Geschichte schreiben, die mich mit diesem Buch verbindet, weil ich glaube so etwas beeinflusst auch immer die eigene Meinung auf ein Buch.
Ich habe dieses Buch im Alter von 14 Jahren das erste Mal gelesen, es war mein erstes Buch von Paulo Coelho und ich wusste weder, in welche Richtung das Buch geht, noch wohin es mich führen würde.

Inhalt:

Die junge Veronika beschließt zu sterben, da sie mit ihren Leben unglücklich ist. Sie nimmt allein in ihrem Zimmer Schlaftabletten, doch der Suizid schlägt fehl und sie wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, in der sich für sie viel ändern wird und auch sie selbst sich innerlich verändert.
Das Hauptaugenmerk liegt auf den inneren Konflikten von Veronika und ihren Bezug zu sich selbst, ihren Mitmenschen und dem Leben an sich. Die Klinik ist dabei der Haupthandlungsort und bietet dem Verlauf der Geschichte einen geschützten Rahmen, genau wie für die Patienten in der Psychiatrie.
Es werden immer wieder sehr philosophische Fragen um den Sinn des Lebens, Sex und die Religion gestellt und von dem verschieden Personen bewertet. Mehr möchte ich zu, der doch ehr ruhigen und emotionalen Geschichte nicht sagen.
Außer brauchen wir nicht ein bisschen Verrücktheit um glücklich und zufrieden mit uns und unseren Leben zu seien.

Meinung:

Die Handlung ist eigentlich sehr einfach und steht, ehr im Hintergrund als Rahmen für die angesprochenen inneren und zwischenmenschlichen Konflikte.
Die angesprochen tiefgründigen Themen sind immer intelligent und doch ganz klar eingebaut und es gibt ein paar interessante Wendungen, die ich selbst so nicht erwartet hatte. Der Schreibstil ist etwas eigenwillig und erinnerte mich in manchen Momenten an ein Theaterstück, dies ist absolut nicht negativ, sondern nur ein Eindruck. Die immer wieder angesprochenen religiösen Motive war ich auf Grund von fehlender Vorkenntnis manchmal irritiert oder konnte sie nur schlecht im Zusammenhang mit dem Buch einordnen. Doch hat mich das alles sehr berührt und mir den Blickwinkel und meinen eigenen Horizont erweitert, wenn man das in diesen jungen Jahren sagen konnte. Ich mag dieses Buch diese ruhige Art die tiefe und die schwere, es hat einen besonderen Platz bei mir. Die Darstellung die er in bestimmten Punkte aufzeigt, sind sehr wahr, was mir erst sehr viel später in dieser Intensität bewusst wurde.

Autor:

Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro, lebt heute mit seiner Frau Christina Oiticica in Genf. Alle seine Romane (insbesondere ›Der Alchimist‹, ›Veronika beschließt zu sterben‹, ›Elf Minuten‹, ›Untreue‹ und zuletzt ›Die Spionin‹) sind Weltbestseller, wurden in 81 Sprachen übersetzt und über 225 Millionen Mal verkauft. Die Themen seiner Bücher und seine Reflexionen regen weltweit Leser zum Nachdenken an und dazu, ihren eigenen Weg zu suchen.

Buch:

Veronika beschließt zu sterben

Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 45 (24. April 2007)
ISBN-13: 978-3257233056

© Cover und Biografie Diogenes Verlag / © Autorenfoto CC BY 3.0 Marvin Zilm