Rezension: Eine Billion Dollar – Andreas Eschbach

Ich stelle euch heute den Roman „Eine Billion Dollar“ vom Bestseller Autor Andreas Eschbach, erschienen 2001 im Bastei-Lübbe Verlag, vor.

Inhalt:

Als der Pizzabote John Fontanelli eines Tages von den Florentiner Rechtsanwälten Vacchi zu einem Termin eingeladen wird, ahnt John noch nicht wie sehr dieses Treffen sein weiteres Leben verändern würde. Einstudiert wie ein Theaterstück erzählen ihm die Anwälte eine absolut unglaubliche Geschichte: Ein weit entfernter Verwandter John´s entwickelte vor über 500 Jahren einen absolut wahnwitzigen Plan. 500 Jahre Zeit und ein Grundkapital von 300 Gulden garniert mit Zins und Zinseszins lassen das Grundkapital zu der wahnwitzigen Summe von 1.000.000.000.000 $ anwachsen. John soll alles erben. Doch die Sache hat natürlich einen Haken: Ganz oder Gar nicht. Und dann war da noch die Prophezeiung, der Erbe dieses Vermögens, so heißt es im Testament, werde der Menschheit die verlorene Zukunft wiedergeben. Doch wie er dies schaffen soll, steht natürlich nicht im Testament. Und wer ist der mysteriöse Mann, der John immer anruft, und anscheinend alles über das Erbe und die Prophezeiung zu wissen scheint.

Meinung:

Thriller, Fantasy, Sachbuch, Belletristik, Abenteuer. Sicher bin ich mir nicht, wo ich Eschbachs „Eine Billion Dollar“ einordnen soll. Das Buch hat von allem etwas, Spannung, Wissensvermittlung, geschichtliche Elemente, Blicke in eine unheilvolle Zukunft, Rückblicke in die Vergangenheit und was dort schiefgelaufen ist. Tiefgreifende bis Philosophische Handlungsstränge die sowohl den Protagonisten, als auch den Leser zum Nachdenken bringen. Was hat die Menschheit dem Planeten angetan? Sind die negativen Entwicklungen noch aufzuhalten? Was ist die „verlorene Zukunft der Menschheit“? Gerade die Charakterentwicklung von John Fontanelli, dem Hauptcharakter des Buches, finde ich extrem spannend. Der Leser begleitet John auf seiner Reise vom mittellosen erfolglosen Pizzaboten hin zum erfolgreichen und umschwärmten Multimilliardär, man erlebt die Wandlungen und Erkenntnisse die John macht hautnah mit. Mal wieder ein Eschbach in Bestform.

Autor:

Andreas Eschbach, geboren 1959 in Ulm, ist verheiratet, hat einen Sohn und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Er studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Eschbach wurde für seine Werke mehrfach ausgezeichnet und gilt als einer der bedeutendsten europäischen Science-Fiction-Autoren. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Das Jesus Video“, „Eine Billionen Dollar“ und sein Debütroman „Die Haarteppichknüpfer“. Seit einigen Jahren schreibt er auch Bände für die SF-Reihe Perry Rhodan.

Weitere Rezensionen des Autors hier im Blog:

Buch:

Andreas Eschbach – Eine Billion Dollar

Bastei Lübbe Verlag
Thriller – 893 Seiten
ISBN: 978-3-404-15040-3
Ersteveröffentlichung 21.10.2003

© Autorenprofil und Cover Bastei-Lübbe Verlag / © Autorenfoto Olivier Favre

Rezension: Spieltrieb – Juli Zeh

Ist das ganze Leben nur ein Spiel? Sind wir die Spieler oder werden wir gespielt. Lässt sich unser soziales Leben mit der Spieltheorie erklären und besitzen wir den Trieb zu Spielen?

„Die Spieltheorie ist eine mathematische Methode, die das rationale Entscheidungsverhalten in sozialen Konfliktsituationen ableitet, in denen der Erfolg des Einzelnen nicht nur vom eigenen Handeln, sondern auch von den Aktionen anderer abhängt.“ [1]

Inhalt:

Die 14-jährige Ada besucht das Ernst-Bloch Gymnasium in Bonn und absolviert dort zwei Schuljahre, die den Rahmen des Buches bilden und es somit direkt in zwei Handlungsstränge aufteilt.

Das erste Jahr besteht aus den Konflikten in der Schule und dem alltäglichen Wahnsinn des alltäglichen Lebens von Ada mit dem „normalen“ Coming of Age Problemen. Ada hat durch ihre sehr eigene Weltanschauung und hinterfragende Art Stress in der Schule und mit ihrer Mutter.

Dies ändert sich im zweiten Teil mit dem Auftreten von Alev, der die Rolle des männlichen Protagonisten innehat und die Handlung maßgeblich in Gang setzt. Alev nutzt dabei seine eigenen Schwächen als Schild und zieht Ada immer mehr in seinen Bann und bleibt doch unerreichbar für sie.

Der Konflikt zwischen Ada, Alev und dem Lehrer Smutek bildet den Mittelpunkt dieser verwobenen Storyline um Abhängigkeit, Sex, Macht, Erpressung und weit entfernt von jeglicher moralischen Vorstellung der Gesellschaft; als Alev beschließt ein Spiel zuspielen und den Lehrer mit einem Sexvideo zu erpressen. Ein Spiel ohne Regeln, ohne Sieger und ohne Rückweg für alle Beteiligten, das die Zukunft aller Hauptpersonen auf dramatische Weise drastisch ändern wird, beginnt.

Meinung:

Man könnte jetzt meinen, Spieltrieb wäre ein typisches Coming of Age Buch, die es zu dutzenden an jeder Straßenecke gibt, aber weit gefehlt. Wer bei Spieltrieb ein Jugendbuch erwartet, das einfach zu erfassen, schnell zu lesen und ohne viel Nachdenken zu verstehen ist, wird sehr schnell das Gegenteil feststellen. Spieltrieb ist ein sehr gesellschaftskritischer anspruchsvoller Roman, der das Setting der Schule ganz bewusst für seine Zwecke, das Aufzeigen von Ungerechtigkeiten und Konflikten und der Kritik an diesen, nutzt.

Dies wird schon am Schreibstil von Juli Zeh deutlich. Sie benutzt sehr viele Metapher und überzeichnet mit Absicht die Beschreibungen von Situationen und Personen. Dies macht das Lesen allerdings nicht gerade angenehmer und strengt streckenweise sehr an. Es ist kein Roman, den man nicht mit voller Konzentration lesen kann. Während des Lesens hat man das Gefühl ein Fachbuch mit möglichst vielen tollen intelligent klingenden Worten und verschachtelten Sätzen zu lesen. Bei mir kam das Gefühl auf als würde sich Juli Zeh selbst für jedes dieser Worte feiern.

Doch inhaltlich ist dieses Buch meiner Meinung nach großartig. Das Werk stellt, auf so herrlich überspitze Weise, die Abgründe der menschlichen Gesellschaft und der Psyche der einzelnen Personen dar, bei Alev ist mir dies besonders aufgefallen. Man kann viel über die einzelnen Ziele und Denkweisen der Personen philosophieren und besonders das Ende hat mich fasziniert, da es ganz klar zeigt das es in der Welt, der Gesellschaft und im Recht, es niemals Gerechtigkeit geben kann und wird.

Ich bin der Meinung, dieses Buch ist für Menschen genial die sich für die angesprochenen Thematik interessieren und bereit sind sich auf den eigenwilligen Schreibstil mit seinen poetischen Bildern einzulassen. Alle diese Leser werden ihre Freude daran haben, alle anderen sollten besser die Finger davon lassen und ich denke, das Buch sollte nicht so hoch gelobt werden, das es als Pflicht Lektüre in der Schule zu verstehen ist. Da ich glaube, dass viele gerade junge Menschen damit überfordert seien, könnten. Man muss es lesen wollen, sonst verschließt es sich.

Autor:

Juli Zeh ist 1974 in Bonn geboren und hat Jura in unter anderem Leipzig und am deutschen Literatur-Institut Leipzig studiert. Sie ist die Tochter eines Politikers und entwickelte selber daraus ein großes Interesse für Politik und das damit in Verbindung stehende Recht.

Spieltrieb ist der zweite Roman von Juli Zeh nach Adler und Engel und sie setzt auch dort ihre eigene poetische Konzeption fort. Auch in später in Werken wie Corpus Delicti spielen politische und juristische Themen, sowie die Gesellschaftskritik wieder eine tragende Rolle, aber auch Sexualität und Liebe spricht sie immer wieder in ihren Büchern an.

Andere Rezensionen des Buchs:

Buch:

Spieltrieb von Juli Zeh

565 Seiten, Taschenbuch, erschienen 6. Februar 2006 im btb Verlag
ISBN: 978-3442733699

© Cover BTB Verlag // Randmomhouse
© Autorenfoto by CC BY-SA 4.0Die Heike Huslage-Koch

Rezension: Die Wanderapothekerin – Iny Lorenz

Zu diesem Buch möchte ich kurz sagen, das es eigentlich gar nicht der Sorte Buch entspricht, die ich im Normalfall lese, allerdings habe ich eine besondere Verbindung dazu, da es zu bestimmten Teilen in meiner Heimat spielt und ich viele der Schauplätze selbst kenne und mehr als einmal besucht habe. Die Buckelapotheker sind da noch heute sehr bekannt, selbst wenn dieser wichtige Erwerbszweig schon lang nicht mehr existiert hat er diese Region sehr stark geprägt und es ist schön dies in einem Buch verarbeitet zu sehen.

Inhalt:

Klara, ein mutiges Mädchen, eine lange ereignisreiche unerwartete Wanderung und ein schönes Abenteuer gegen einen mörderischen Feind, so oder so ähnlich könnte man dieses Buch beschreiben, doch würde man den gesamten Charme des Buches und seine Individualität Außeracht gelassen. Es handelt in Thüringen im 18. Jahrhundert, Buckelapotheker ziehen durch das Land um ihre Olitäten, Arzneien, Salben und Tinkturen zu verkaufen.
Eines Herbstes kommt Klaras Vater nicht von seiner alljährlichen Route als Wanderapotheker zurück und die Familie versinkt in Armut. Der hinterhältige Onkel möchte den Schatz an sich bringen, den er zusammen mit seinem Bruder einmal gefunden hat und die Situation der Familie für sich zu nutzen. Klara lehnt sich gegen den Onkel Alouis auf und beschließt nach Rudolstadt zum Fürsten aufzubrechen, die Ereignisse nehmen ihren Lauf und die harte Reise auf dem Pfad ihres Vaters mit vielen Hindernissen Feinden und Freunden beginnt.

Meinung:

Dieses Buch ist großartig und eigentlich wäre damit schon alles gesagt, ich liebe es. Ich möchte trotzdem hierzu noch einige Worte verlieren.
Die Geschichte ist genial und obwohl der Leser die gesamte Zeit mehr weiß als die Hauptperson Klara niemals langweilig oder ermüdend. Man möchte nicht das Ziel wissen, sondern den Weg verfolgen. Er ist das Interessante und wie sie sich mit ihrer intelligenten mitfühlenden Art aus schwierigen Situationen befreit und immer einen kühlen Kopf behält.

Klara ist eine Vorbildfigur, die auf Grund der Geschichte nur leider für unser heutiges Auge nur wenig Ecken und Kanten hat, aber in dieser Umgebung perfekt funktioniert und mehr als einmal bei der Gesellschaft des 18 Jahrhunderts aneckt. Sie zeigt sich sehr selbstbestimmt und unwillig sich in das Frauenbild dieser Zeit einzupassen und eine starke weibliche Hauptperson darstellt. Ihre Verhaltensweisen sind immer verständlich und bedacht, dies hat zur Folge, dass man sich gerne mit ihr identifiziert und ihrer auf schweren Reise folgt. Auch wenn ihr Begleiter ihr nicht ebenbürtig sind, macht es Spaß zu lesen und die verschiedenen Schauplätze und Charaktere zu erleben.

Zusätzlich ist das gesamte Thema der Wanderapotheker in der Region bis auf das kleinste Detail genau recherchiert, ob nun die früheren Grenzen der einzelnen Fürstentümer in Thüringen oder die Landschaft sind, alles passt, fühlt sich rund an und gibt dieses Buch den Boden unter den Füßen und sehr viel Glaubhaftigkeit und Seele.

Ein Muss für jeden der in dieser Region lebt, sich für Buckelapotheker interessiert und Spaß an historischen Romanen hat.

Autor:

Hinter dem Namen Iny Lorentz verbirgt sich ein Münchner Autorenpaar, dessen erster historischer Roman „Die Kastratin“ die Leser auf Anhieb begeisterte. Mit „Die Wanderhure“ gelang ihnen der Durchbruch; der Roman erreichte ein Millionenpublikum. Seither folgt Bestseller auf Bestseller. Die Romane von Iny Lorentz wurden in zahlreiche Länder verkauft. Die Verfilmungen ihrer „Wanderhuren“-Romane und zuletzt der „Pilgerin“ haben Millionen Fernsehzuschauer begeistert. Für die Verdienste im Bereich des historischen Romans wurde Iny Lorentz 2014 der Homer Ehrenpreis in Gold und 2017 der „Wandernde Heilkräuterpreis“ der Stadt Königsee verliehen.

Andere Rezensionen des Buchs:

Buch:

Die Wanderapothekerin- Iny Lorenz
Taschenbuch 640 Seiten erschienen Knaur TB (3. April 2017) ISBN 978-3426515518

© Autorenfoto by inys-und-elmars-romane.de
© by Droemer-Knaur Verlag

Rezension: Das Erste Horn (Askir #1) – Richard Schwartz

Heute habe ich mal nach einer kurzen Pause endlich mal wieder eine Rezension für euch. Heute möchte ich euch den Fantasy-Roman „Das Erste Horn: Das Geheimnis von Askir 1“ des Autors Richard Schwartz, erschienen im Piper Verlag vorstellen. Glaubt ihr an Zufälle? Ich nicht. Das Buch wurde mir von einer sehr guten Freundin empfohlen, und ich muss sagen, sie kennt meinen Geschmack mehr als gut.

Inhalt:

Ein verschneiter Gasthof und eine dort, in Folge eines Schneesturmes, zusammengepferchte Gruppe Menschen. Harvald, ein Krieger, welcher in diesem Gasthof einkehrte und Schutz vor dem Sturm sucht, ahnt er noch nicht was alles mit dieser Gruppe zufällig zusammengewürfelten Menschen noch alles passieren würde. Als kurz nach Beginn des Schneesturms auch noch die Magierin Leandra im Gasthof „Zum Hammerkopf“ eintrifft, wird die Ansammlung von Personen noch seltsamer. Der Gasthof wird durch den Sturm vollständig von der Außenwelt abgeschnitten, und die Dinge nehmen ihren mysteriösen Lauf. Ein schrecklicher, absolut grauenhafter Mord passiert und die Bewohner des Gasthofs begegnen sich fortan nur noch mit großem Mistrauen. Als durch Leandra schließlich noch merkwürdige Magie- und Energiemuster festgestellt werden, beginnt die Situation zu eskalieren. Welche Bestie ist für den Mord verantwortlich? Welches Geheimnis hütet der Gasthof? Wem der unfreiwilligen Mitbewohner kann man trauen? Und was hat das sagenhafte untergegangene Reich Askir mit der ganzen Sache zu tun? „Das erste Horn“ ist der Auftakt zum Romanzyklus „Das Geheimnis von Askir“, kann aber meiner Meinung nach als eigenständiges Buch gelesen werden.

Meinung:

Wenn ich das Buch mit Sternen bewerten würde, wäre es ein glattes 5 Sterne Buch. Absolut großartig. Schwartz erzählt und beschreibt Personen, Orte und Gegenstände detailliert aber absolut nicht langweilig, sondern immer sehr spannend und zur jeweiligen Szene passend. Auch die Einführung der Protagonisten in die Romanhandlung und damit auch in den Romanzyklus gelingt meisterhaft. Die Schilderung des Gasthofes und seiner Bewohner kommt realistisch rüber, als Leser hat man oft das Gefühl die Situation live mitzuerleben. Mein einziger Kritikpunkt ist das schnelle Showdown zum Ende des Buches. Am Anfang des Buches nimmt sich der Autor viel Zeit für die Geschichte, gegen Ende geht dann auf einmal alles rasend schnell. Das Ende kommt mir fast etwas stumpf abgehackt vor, ich würde aber davon ausgehen das dieser harte Cut im Bezug auf die weiteren Teile des Zyklus durchaus Sinn ergibt.

Autor:

Richard Schwartz (geboren 1958 in Frankfurt am Main), ist das Pseudonym eines deutschen Schriftstellers unter dem der Fantasy-Romanzyklus „Das Geheimnis von Askir“ und dessen Fortsetzung „Die Götterkriege“ veröffentlicht werden. Lt. eigener Auskunft hat der Autor eine Ausbildung als Flugzeugmechaniker und ein Studium der Elektrotechnik und Informatik absolviert. Er arbeitete als Tankwart, Postfahrer und Systemprogrammierer und restauriert Autos und Motorräder.

Andere Rezensionen des Buchs:

Buchwurm

Nicoles-Fantasy

Buch:

400 Seiten, Taschenbuch, erschienen Juni 2011 im Piper Verlag
ISBN: 978-3-492-26817-2

© Cover Piper Verlag

Frustkauf bei Medimops

Nach einem absolut bescheidenen Zahnarztbesuch gab es jetzt mal wieder einen spontanen Frustkauf von neuen Büchern. Dieses mal sind mir die folgenden Bücher bei Medimops in den Warenkorb gehüpft:

  • Tintenherz – Cornelia Funke
  • Die unsichtbare Bibliothek – Genevieve Cogman
  • Skulduggery Pleasant 01. Der Gentleman mit der Feuerhand – Derek Landy
  • Herr der Fliegen – William Golding
  • 18 – Das tödliche Gebot: Thriller – Sullivan, Mark T.
  • Das Labyrinth erwacht – Rainer Wekwerth
  • Das Phantom im Netz: Die Autobiographie des meistgesuchten Hackers der Welt – Kevin Mitnick

Kurzbericht Themenabend Whisky – Jürgen Deibel

Heute gibt es mal einen Kurzbericht von einem Themenabend Whisky, zu welchem die Buchhandlung Hugendubel am Münchner Marienplatz eingeladen hat.

Das Event

Mitte März erreichte mich im Newsletter von Hugendubel die Einladung zu einem Themenabend Whiskys der Welt von und mit Jürgen Deibel. Als alter Whiskyfan war für mich sofort klar, dass ich dahin will 🙂 In meinen Augen hat sich der Abend absolut gelohnt. Deibel, Spezialist für Spirituosen, und insbesondere für Whisky, führte sehr unterhaltsam in das Thema und die Unterschiede in der Herstellung, den Inhaltsstoffen und natürlich auch im Geschmack ein. Anhand der Diversen mitgebrachten Whiskys, durfte das Publikum, dann die unterschiede selbst erleben, und das von Deibel erzählte dann auch praktisch probieren. Dass sich dich Gäste in den Pausen dann auch noch vollkommen alleine in der leeren Buchhandlung umsehen konnten, rundete für mich den Abend dann vollends ab. Faszinieren euch leere Buchhandlungen auch immer so?

Danke an das Team von Hugendubel München, den Verlag Dorling Kindersley (DK) und natürlich an Jürgen Deibel für dieses unterhaltsame und abwechslungsreiche Event.

Der Referent

Jürgen Deibel ist seit mehr als 30 Jahren als Berater auf dem Gebiet der Spirituosen unterwegs, und hat sich auch als Fachautor auf diesem Sektor etabliert.

Das Buch des Abends

Whiskys der Welt – Destillerien, Marken, Touren, Raritäten
ISBN 978-3-8310-3410-9, Dorling Kindersley Verlag

Film-/Buchrezension: Ready Player One – Ernest Cline

So, nachdem ich nun gestern auch endlich in der Kinoverfilmung von Ready Player One war, gibt es jetzt die versprochene Rezension zum Buch „Ready Player One“ von Ernest Cline, erschienen im FISCHER Tor Verlag. Das ist damit neben ARMADA das zweite Buch von Ernest Cline, das ich rezensiere. Ich werde die Gelegenheit nutzen, um auch gleich etwas zur Verfilmung zu schreiben.

Inhalt:

Die Zukunft des Planeten Erde im Jahr 2045, ist grässlich. Der Großteil der Bevölkerung lebt in Armut, die Ressourcenvorräte sind nahezu aufgebraucht und Oklahoma City ist eine der am schnellsten wachsenden Städte auf dem Planeten. Wade Watts, ein eher durchschnittlicher, ganz normaler Junge, lebt hier in den sogenannten Stacks, dem Armenviertel der Stadt in einem mehrstöckigen Wohnwagenpark. Die Bevölkerung, und so auch Wade, verbringen den Großteil ihrer Zeit in der „OASIS“, einer Virtual-Reality-Realität, geschaffen durch den Game-Designer James Donovan Halliday. Die OASIS ist Dreh- und Angelpunkt des täglichen Lebens im Jahr 2045, hier arbeitet ein Großteil der Menschen, hier verbringen sie ihre Freizeit. Doch die OASIS birgt ein Geheimnis: Als der Erfinder Halliday verstarb, hinterließ er ein Testament, welches die OASIS und Hallidays gesamtes Vermögen, demjenigen zusprach, der zuerst das Rätsel löst und das „Easter-Egg“ findet. Das „Easter-Egg“ zu deutsch Osterei war in der Anfangsphase der Gaming-Kultur, ein versteckter Hinweis, ein versteckter Raum oder ähnliches, um auf die Entwickler des Spiels hinzuweisen. Halliday versteckte drei Schlüssel, ganz im Stile der alten Arcarde-Games, und schickte die Spieler auf eine Suche nach dem großen Schatz. Rund fünf Jahre nach Hallidays Tod gab es noch immer keinerlei Veränderungen auf dem Scoreboard, jener Higscore-Liste, auf der die Erfolge der Schatzsucher dokumentiert werden sollen, bis auf einmal der Name „Parcival“ ganz oben auf der Liste landet. Parcival ist der Gamer-Name von Wade Watts, und Wade beginnt uns dann die Geschichte, seine Geschichte von der Schatzsuche zu erzählen.

Meinung:

Ein wunderbares Stück Literatur! Cline nimmt seine Leser mit auf eine rasante, Actiongeladene Schatzsuche, quer durch die Game- und Videospielkultur der 70 und 80er. Es gibt Anspielungen auf viele der alten Videospiele, bis hin zur Beschreibung von ganzen Leveln. Als Cline das Buch 2010 schrieb, klangen die Details wie VR-Brillen und künstliche Intelligenz, noch wie weit entfernte Zukunft. Mittlerweile hat uns die Realität eingeholt, zwar noch nicht auf dem technischen Level aus dem Buch, aber durchaus schon in diese Richtung.

Mal noch ein, zwei Wörter zum Film:

Der Film ist anders. Vor allem anders als das Buch. Das sollte allen Buchfans die den Film sehen möchten klar sein. Steven Spielberg hat mit der Verfilmung meiner Meinung nach ein absolut brillantes Meisterwerk geschaffen. Einen Film, und das sage ich jetzt als nicht wirklich 3D Fan, unbedingt in 3D sehen muss. Spielberg zeichnet in der Verfilmung ein extrem detailliertes und umfassendes Bild, sowohl der Erde, als auch der virtuellen Realität innerhalb der OASIS. Ich glaube, man kann Gutengewissens sagen, das der Film selbst ein einziges Easter-Egg ist. Der gesamte Film ist voll mit Anspielungen auf andere Filme, Videospiele und Bücher wie kein anderer vor ihm. Mal spaziert Harley Quinn vorbei, mal steht da der DeLorean DMC-12 aus „Zurück in die Zukunft“, dann wieder steht im Hintergrund auf einmal „Christine“ jenes Auto aus dem gleichnamigen Stephen King Roman und gleich darauf gibt es dann wieder Referenzen an uralte Atari-Arcade-Games. !! SPOILER !! Als man sich dann kurz vor dem Finale des Films plötzlich in der Halle des Overlook Hotels wiederfindet, wird der Leser einerseits die größte Veränderung im Vergleich zum Buch bemerken, anderseits ist es eine absolut großartige Szene, welche gut in das Konzept des Films passt. !! ENDE SPOILER !!

Andre Rezensionen zum Buch:

Rezension bei lieblingsleseplatz

Autor:

Ernest Cline, geboren 1972 in Ohio US, ist ein amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Sein erster Roman „Ready Player One“, welcher sich intensiv mit der Kultur der Computerspiele der 70er und 80er Jahre beschäftigt, wurde erfolgreich von Steven Spielberg für die große Kinoleinwand adaptiert. Der Film Fanboys, für welchen Cline das Drehbuch verfasste, beschäftigt sich ebenfalls mit der Subkultur der 70er und 80er Jahre.

Buch:

Ready Player One, von Ernest Cline
544 Seiten,
FISCHER Tor
ISBN 978-3-596-29659-0

 

© Autorenfoto Gage Skidmore CC BY-SA 3.0 / © Cover FISCHER Tor

Rezension: Armada – Ernest Cline

Hier kommt jetzt die erste Rezension meiner Shoppingtour auf der Leipziger Buchmesse 2018. Ich stelle euch heute Ernest Clines neuer Roman „ARMADA“, erschienen bei FISCHER Tor vor.

Inhalt:

Zack Lightman, Geek und 80er Fanboy, verbringt die meisten Zeit seines Lebens in der virtuellen Welt des Computerspiels „ARMADA“, einem der klassischen VR-Shooter in der eine Alienrasse die Erde, und damit die Menschheit, mit der Zerstörung bedroht. Zack gehört in „ARMADA“ zu den Top-10-Spielern, und er ist schon so etwas wie eine Berühmtheit. In der realen Welt ist Zack eher der klassische Außenseiter, welcher sich grade in der Schule mehr Probleme einhandelt, als gut für ihn wäre. Nach der Schule flüchtet er sich am liebsten in die Starbase Ace, den Spiele-Laden seines Freundes Ray. Als Ray eines Tages mit einem Raumschiff der EDA, der Earth Defense Alliance, jener Verteidigungseinheit aus dem Computerspiel „ARMADA“, auf dem Parkplatz von Zacks Schule landet, endet Zacks ruhiges leben. Als Zack dann auch noch von der EDA informiert wird, dass ein Angriff von Aliens auf die Erde kurz bevorstehe und sein totgeglaubter Vater noch lebt, ändert sich alles.

Meinung:

Gute abwechslungsreiche Unterhaltung, vor allem für Film und Videofans der 70er und 80er Jahre. Ernest Cline nimmt den Leser in „ARMADA“ mit auf eine rasante Reise durch eine vielleicht gar nicht allzuferne Zukunft. Gespickt mit Anspielungen vor allem auf SciFy Filme der guten alten Zeit werden vor allem Fans dieser Zeit sehr viel Spaß an dem Roman haben. Nebenher thematisiert Cline auch noch unterschwellig philosophische Fragen und erzählt eine ziemlich glaubhaft wirkende Verschwörungstheorie zur unterschwelligen Gewöhnung der Menschheit an eine bevorstehende Invasion von Aliens.

Das Buch habe ich zufällig auf der LBM18 am Stand von FISCHER Tor entdeckt, und nachdem ich Clines erstes Werk „Ready Player One“ liebe, musste es natürlich sofort mit. 🙂

Autor:

Ernest Cline, geboren 1972 in Ohio US, ist ein amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Sein erster Roman „Ready Player One“, welcher sich intensiv mit der Kultur der Computerspiele der 70er und 80er Jahre beschäftigt, wurde erfolgreich von Steven Spielberg für die große Kinoleinwand adaptiert. Der Film Fanboys, für welchen Cline das Drehbuch verfasste, beschäftigt sich ebenfalls mit der Subkultur der 70er und 80er Jahre.

Andre Rezensionen zum Buch:

Rezension bei Bücher wie Sterne
Rezension bei Edge of the wild

Buch:

416 Seiten, Klappenbroschur
Verlag FISCHER Tor
ISBN 978-3-596-29660-6

© Autorenfoto Gage Skidmore CC BY-SA 3.0 / © Cover FISCHER Tor

Rezension: Das Marsprojekt: Das ferne Leuchten – Andreas Eschbach

Heute gibt es die Rezension zum ersten Band von Andreas Eschbachs Pentalogie „Das Marsprojekt“, „Das ferne Leuchten“, erschienen 2005 im Arena Verlag. Es war das erste Buch, das ich von Andreas gelesen habe. Mit dem Buch verbinde ich viele Erinnerungen an meine Schulzeit, seit der Frankfurter Buchmesse 2017 ist das Buch endlich auch von ihm signiert.

Inhalt:

Die Freunde Ariana, Ronny, Carl und Elinn sind etwas besonderes, sie leben nämlich auf dem Mars, sie sind hier aufgewachsen. Kurz nach beginn der Handlung erreicht die Marssiedler die Ankündigung, dass die Besiedelung des Mars aufgegeben werden soll, und die Marsstation aus Kostengründen geschlossen wird. Ellin, als die jüngste der Marskinder, und die einzige, welche auch auf dem Mars geboren wurde, verkraftet die Neuigkeit nicht wirklich gut und beschließt notfalls allein auf dem Mars zu bleiben. Davon überzeugt, dass dies nicht funktionieren wird, versucht Carl, Ellins älterer Bruder, sie von ihrem Plan abzubringen. Im Verlauf der Handlung erfahren wir nach und nach, dass der Vater von Ellin und Carl bei einer Expedition auf dem Mars ums Leben gekommen ist, was dann auch erklärt warum Ellin so eine starke Bindung an ihre Heimat, die Marsstation hat. Als Ellin schließlich auf der Marsbeobachtungsplattform auf einmal „Das Leuchten“ sieht, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen, und die vier Kinder begeben sich auf ein rasantes Abenteuer innerhalb der Marsstation und der Marsoberfläche. Doch die Zeit drängt, die Raumschiffe mit welchen die Siedler auf die Erde zurückkehren sollen sind bereits in der Marsumlaufbahn angekommen.

Meinung:

Tja, was soll ich sagen? Eines meiner persönlichen Lieblingsbücher. Die Romanreihe „Das Marsprojekt“ ist zwar als Jugendbuch konzipiert, ich finde es aber auch heute noch als „Erwachsener“ sehr lesenswert, kurzweilig und spannend. „Das Leuchten“, ursprünglich von Andreas als Einzelband konzipiert, wurde schließlich nach vierjähriger Pause, und einem unglaublich gemeinen Cliffhanger schließlich 2005 mit „Die blauen Türme“ grandios fortgesetzt und schließlich zur Pentalogie erweitert. Die detaillierten Schilderungen der Marsstation, der Marsoberfläche und einem möglichen Leben auf dem Mars runden die Geschichte ab.

Ich persönlich, hoffe ja immer noch auf eine weitere Fortsetzung, oder ein weiteres Se- oder Prequel, ausreichend potential hätte die Geschichte definitiv noch.

Autor:

Andreas Eschbach, geboren 1959 in Ulm, ist verheiratet, hat einen Sohn und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Er studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Eschbach wurde für seine Werke mehrfach ausgezeichnet und gilt als einer der bedeutendsten europäischen Science-Fiction-Autoren. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Das Jesus Video“, „Eine Billionen Dollar“ und sein Debütroman „Die Haarteppichknüpfer“. Seit einigen Jahren schreibt er auch Bände für die SF-Reihe Perry Rhodan.

Buch:

Andreas Eschbach, Das Marsprojekt (1): Das ferne Leuchten

Arena Verlag, ISBN 978-3-401-05749-1, 304 Seiten, mit transparentem Schutzumschlag 

© Autorenprofil Bastei-Lübbe Verlag / © Autorenfoto Olivier Favre / © Cover Arena Verlag